TOFAM-Ranking 2017: Familienunternehmen so stark wie nie zuvor

Deutschlands große Familienunternehmen wachsen auch 2017 stärker als der Rest der deutschen Wirtschaft. 2016 hatten die führenden Familienunternehmen einen Gesamtumsatz von 1,694 Billionen Euro, was mit den Bruttoinlandsprodukten von Spanien und Schweden vergleichbar war und erzielten dabei Rekordgewinne.

Nachdem annähernd 50 Prozent der großen Familienunternehmen ihre Umsatzzahlen für 2017 gemeldet haben, steht fest, dass sich die 2016 gelegte Messlatte weiter nach oben verschiebt. Die umsatzstarken Familienunternehmen spielen die zentrale Rolle in der deutschen Volkswirtschaft: VW, Aldi, Henkel und Bertelsmann. Obwohl sie in den unterschiedlichsten Branchen aktiv sind, teilen sie eine Gemeinsamkeit – sie befinden sich mehrheitlich im Besitz einer oder mehrerer Familien. Die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands im europäischen Vergleich unterstreicht die weiter zunehmende Bedeutung der heimischen Familienunternehmen. Mit innovativen Konzepten und eiserner Disziplin sind sie die Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaft.

Umsätze der Top-Familienunternehmen steigen weiter

Im TOFAM-Ranking von PWC und Matchbird sind alle Familienunternehmen mit mehr als 250 Millionen Euro Jahresumsatz aufgelistet. Als Familienunternehmen gelten Firmen, die mehrheitlich von Familien oder Einzelpersonen gesteuert werden. Berücksichtigt werden dabei sowohl börsennotierte Unternehmen, als auch Konzerne die sich mehrheitlich oder vollständig in Privatbesitz befinden.

Zur Erhebung des 2017er Umsatztrends konnten die gemeldeten Geschäftszahlen von rund 400 (ca. 45 %) der 896 beobachteten deutschen Top-Familienunternehmen genutzt werden. Im Vergleich zu 2016 erzielte die Referenzgruppe ein Umsatzplus von 5,01 %.


HIER GEHT ES ZUM TOFAM-RANKING 2017:


Stärker als der Rest

Die Performance der Familienunternehmen ist damit deutlich besser, als das gesamtdeutsche Wirtschaftswachstum, das im Vorjahr bei 1,9 % lag.

„Die großen Familienunternehmen sind Wachstumstreiber und stabilisieren das gesellschaftliche Klima in Deutschland. Sie sind dabei regional enorm verankert und unterstützen die Entwicklung der Provinz“, erklären die Ranking-Macher. In Zeiten fortschreitender Digitalisierung und sich stark wandelnder Märkte zeige sich, wie wichtig Langfriststrategien seien. Fast alle großen Familienunternehmen haben die Stabilität im Inhaberkreis und die finanzielle Kraft, um ihre Geschäftsmodelle fit für die Zukunft zu machen.

Autokonzerne an der Spitze, Handel verliert an Dynamik

Nach wie vor führen die Automobilkonzerne VW (1) und BMW (2) die Liste der umsatzstärksten deutschen Familienunternehmen an. Trotz des weiter eskalierenden Dieselskandals erhöhte der Volkswagen-Konzern seine Einnahmen im Vergleich zu 2016 um rund 12,5 Milliarden auf insgesamt über 230 Milliarden Euro. Auch BMW legte um 4 Milliarden auf 98 Milliarden Euro Umsatz zu.

Deutlich schlechter als die Familienunternehmen aus der Industrie entwickeln sich die großen Einzelhändler in Familienbesitz. Zwar wuchsen auch die Einnahmen von Aldi, Rossmann und Co., allerdings verliert der stationäre Handel jenseits des Lebensmittelbereichs immer schneller und nachhaltiger Umsätze an Internethändler. Der Wettbewerb im Netz wird dabei auch noch durch fremdfinanzierte Startups verzerrt, weil die nicht auf Ertrag sondern vor allem auf Wachstum fokussiert sind. Etliche bekannte Handelshäuser für Mode, Möbel und Lifestyle-Artikel kämpfen mit rückläufigen Einnahmen, setzen verstärkt auf Intransparenz und erwirtschaften keine Gewinne mehr. Seit die Familie Brenninkmeijer die Meldungen über einen möglichen Verkauf der traditionsreichen C&A-Kaufhäuser fast völlig unkommentiert lies, ist klar, wie ernst die Lage der vor allem stationär agierenden deutschen Familienunternehmen im Einzelhandel ist.