Brose setzt auf Start-Ups

Der Automobilzulieferer Brose investiert in innovative Jung-Unternehmen. Ziel des oberfränkischen Mechatronik-Spezialisten ist, Antworten auf die Mobilitätsfragen der Zukunft zu finden.

COBURG/ROSTOCK Der familiengeführte Automobilzulieferer Brose kauft in Mecklenburg-Vorpommern zu. Das Unternehmen AIM3D, eine 2017 gegründetes Spin-Off der Universität Rostock, hat ein neues Verfahren für die additive Fertigung entwickelt. Mit diesem können erstmals typische Werkstoffe der automobilen Serienfertigung im 3D-Druck verarbeitet werden. So sind Prototypen schneller herstellbar, was die Entwicklung neuer Produkte deutlich beschleunigt und dabei Kosten reduziert.

Das Invest ist das erste sichtbare Ergebnis einer neuen strategischen Ausrichtung des Top-Familienunternehmens, das auf Zukäufe von und strategischen Partnerschaften mit innovativen Start-Ups setzt. „Die Digitalisierung und noch enger zusammenwachsende Märkte verändern unser Geschäft rasant“, erläutert Thomas Spangler, Geschäftsführer Technik der Brose Gruppe, die Hintergründe der AIM3D-Akquisition. „Als langfristig orientierter Investor und strategischer Partner für vielversprechende Jungunternehmen wollen wir Innovationen verstärkt fördern und disruptive Technologien früh erkennen. Dank unserer langjährigen Erfahrung als Systemlieferant der internationalen Automobilindustrie mit erstklassiger Fertigungsexpertise sind wir ein guter Sparringspartner für Unternehmen, die mit ihren Ideen weltweit erfolgreich sein wollen.“

Brose ist weltweit der viertgrößte Automobilzulieferer in Familienbesitz. Das Unternehmen entwickelt und fertigt sowohl mechatronische Systeme für Fahrzeugtüren und -sitze als auch Elektromotoren und Elektronik, unter anderem für Lenkung, Bremsen, Getriebe und Motorkühlung. Rund 26.000 Mitarbeiter an 62 Standorten in 23 Ländern erwirtschaften einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro. Jeder zweite Neuwagen weltweit ist mit mindestens einem Brose Produkt ausgestattet.