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Mann+Hummel will sparen

LUDWIGSBURG Der Filterspezialist Mann+Hummel will seine Kosten um 60 Millionen Euro reduzieren. Zur Begründung nannte der global agierende Filterspezialist eine unbefriedigende Ertragssituation im vergangenen Jahr. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit mehr als 20500 Mitarbeiter in mehr als 80 Niederlassungen. Starke Währungsschwankungen hatten 2018 das Umsatzwachstum gebremst. Nach vorläufigen Zahlen legten die Erlöse im Vergleich zu 2017 lediglich um 1,7 Prozent auf 3,95 Milliarden Euro zu. Um die Profitabilität nachhaltig zu sichern, werden wahrscheinlich auch Arbeitsplätze abgebaut. Genaue Pläne werden erarbeitet. Seit Herbst 2018 führt Werner Lieberherr Mann+Hummel.

Das Unternehmen versucht aktuell das Geschäft mit Feinstaubfiltern auszubauen. Dazu gehören unter anderem Bremspartikelfilter. Der verantwortliche und neu geschaffene Bereich Lebenswissenschaften und Umweltinnovationen trug zuletzt weniger als 10 Prozent zum Umsatz bei. Zuletzt hatten die Ludwigsburger mit einem Pilotprojekt in Stuttgart für Aufsehen gesorgt. Dort wurden 17 Filtersäulen entlang eines Straßenabschnitts am Neckartor installiert. Die 3,60 Meter hohen Säulen bestehen aus drei Cubes. Ausgerüstet mit Feinstaubpartikelfiltern und energieeffizienten Ventilatoren sind sie in der Lage, bei sehr geringem Energiebedarf 80 Prozent des Feinstaubs aus der angezogenen Umgebungsluft zu ziehen. Über eine Steuerungseinheit lässt sich der Betrieb der Feinstaubpartikelfilter bedarfsgerecht einstellen und damit auf die aktuelle Luftqualität reagieren. Integrierte Sensoren erfassen Luft- und Wetterdaten, die in einer Cloud zusammengeführt und analysiert werden.