Brexit Auswirkung

Schaeffler reduziert Engagement in Großbritannien

Fränkischer Industriezulieferer streicht Stellen jenseits des Ärmelkanals. Zwei Werke werden geschlossen.

HERZOGENAURACH Der fränkische Automobil- und Maschinenbauausrüster Schaeffler zieht sich teilweise aus Großbritannien zurück. Zwei von drei Werken sollen geschlossen werden, die beiden Logistikzentren werden zusammengelegt. Das Familienunternehmen beschäftigt aktuell 1000 Mitarbeiter in England und Wales. Der Brexit sei nicht der alleinige Grund für die Entscheidung gewesen, kommentierte Europa-Vorstand Jürgen Ziegler die Nachricht, er habe sie aber beschleunigt. Verantwortlich für den Rückzug sei aber auch, dass nur 15 Prozent der von Schaeffler in Großbritannien produzierten Güter auf der Insel blieben, während der Großteil nach Kontinentaleuropa exportiert werde. Die strategische Neuausrichtung wird nach Schaeffler-Angabe bis zu zwei Jahre dauern. Der Konzern startet Gespräch mit den Betriebsräten. Erhalten bleibt das größte Werk in Sheffield in der Grafschaft South Yorkshire, wo Kupplungen für Autos und Traktoren montiert werden. Die Produktionsstätten für Lager für die Industrie, die Rüstungsbranche sowie die Luft- und Raumfahrt in Llanelli in Wales und Plymouth in der Grafschaft Devon werden geschlossen. Die Kapazitäten werden auf andere Werke in Deutschland, China, Südkorea und Amerika verteilt. Der weltweit tätige Konzern aus Bayern hat in den ersten neun Monate des Jahres 2018 rund 10,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. Währungsbereinigt stieg der Umsatz im Vergleich zu 2017 um 5,1 Prozent.