Franz Haniel & Cie. steigt bei der METRO AG aus

Ende einer Ära

Als der Großaktionär Haniel vor drei Jahren in einem überraschenden Schritt seinen Anteil an Metro deutlich reduzierte, hieß es noch, das Familienunternehmen wolle größter Anteilseigener bleiben. An einen Komplettausstieg sei nicht gedacht. Jetzt haben sich die Pläne wohl geändert, denn die Duisburger starten den Komplettverkauf ihrer Aktien.

DUISBURG Die Haniel Finance Deutschland GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Franz Haniel & Cie. GmbH hat einen Vertrag über den Verkauf von 7,3 Prozent der Stammaktien der METRO AG an EP Global Commerce GmbH (EPGC) geschlossen. Zudem hat das traditionsreiche Familienunternehmen mit EPGC vereinbart, dass der neue METRO-Aktionär auch die restlichen Stammaktien (15,2 Prozent) des Mischkonzerns im Rahmen einer Call-Option erwerben kann. Der Deal wird vom Kartellamt geprüft. Seit mehr als 50 Jahren, darunter das letzte Jahrzehnt als größter Einzelaktionär, ist die Duisburger Haniel-Dynastie bei dem Düsseldorfer Konzern engagiert. In dieser Zeit hat sich METRO von einem regionalen deutschen Großhändler zu einem der größten europäischen Groß- und Einzelhändler entwickelt. Nach der Spaltung der METRO GROUP in die METRO AG und die CECONOMY AG im Juli 2017 konzentriert sich die METRO AG auf die Bereiche Großhandel, Lebensmittelvertrieb und Lebensmitteleinzelhandel. Die Beteiligung von Haniel an der CECONOMY AG bleibt von dieser Transaktion unberührt. Der neue Anteilseigner EP Global Commerce gehört den beiden tschechischen Unternehmern Patrik Tkác (47 Prozent) und Daniel Kretínský (53 Prozent). Sie kommen ursprünglich aus dem Finanz- und Energiebereich und halten verschiedene Beteiligungen an Medien- und E-Commerce-Unternehmen. Im Handel in Deutschland sind sie bisher nicht in Erscheinung getreten. Bis wann die Call-Option für die Komplettübernahme der Anteile besteht, hat Haniel nicht mitgeteilt.