Gerry Weber beantragt Insolvenz in Eigenregie

HALLE (WESTF.) Das ostwestfälische Modeunternehmen hat am Amtsgericht Bielefeld Insolvenz angemeldet. Wie Gerry Weber-Vorstand Florian Frank in einer Pressemitteilung vom 25. Januar 2019 vermeldete, soll das Verfahren in Eigenregie erfolgen und zum Ziel haben, das Top-Familienunternehmen im Zuge der laufenden Restrukturierung zu sanieren.

Das beantragte vorläufige Eigenverwaltungsverfahren bezieht sich ausschließlich auf die Muttergesellschaft Gerry Weber International AG mit rund 580 Mitarbeitern. Für die Tochtergesellschaften, auch dem Damenmode-Unternehmen Hallhuber, wurden keine Anträge gestellt. "Nach derzeitigem Stand ist die Finanzierung des Geschäftsbetriebs bis ins Jahr 2020 gesichert. Der Vorstand bliebe mit sämtlichen Befugnissen und Pflichten im Amt und stellt den Geschäftsbetrieb sicher", äußerte sich Florian Frank im Schreiben des Vorstands.

Ausgelöst wurde der Antrag durch das Scheitern der Gespräche der Gerry Weber Gruppe mit ihren Finanzierungspartnern. Diese hatten zum Ziel, die Finanzierung des familiengeführten Konzerns zu sichern und auf ein nachhaltig tragfähiges Fundament zu stellen. Im November 2018 konnte eine drohende Insolvenz noch durch die finanzielle Unterstützung von Gläubigern abgewendet werden.