Anteile gehen an Charlie Investors

Katjes trennt sich von Halloren

EMMERICH Der Süßwarenproduzent Katjes hat seine strategische Beteiligung am Hersteller der bekannten Halloren Kugeln verkauft. Die eigenständig bilanzierende Beteiligungsgesellschaft des Familienunternehmens vom Niederrhein hat ihren 11-Prozent-Anteil an der Halloren Schokoladenfabrik AG aus dem sachsen-anhaltinischen Halle an den Großaktionär Charlie Investors abgegeben. Die älteste Schokoladenfabrik Deutschlands gehört damit künftig zu mehr als 90 Prozent der luxemburgischen Gesellschaft des US-Immobilienunternehmers Darren Ehlert. Katjes zieht sich nach langwierigen Streitigkeiten mit Charlie Investors zurück. Nach konstruktiven Gesprächen zwischen den Parteien habe sich die Veräußerung als der beste Weg erwiesen. „Wir freuen uns über die einvernehmliche Lösung, die wir als positiv für Halloren und seine Aktionäre ansehen“, sagte Tobias Bachmüller, der geschäftsführende Gesellschafter der Katjes-Gruppe. Halloren schreibt seit 2015 rote Zahlen. Im Jahr 2017 musste bei einem Umsatz von 107,7 Millionen Euro ein Minus von 3,6 Millionen Euro ausgewiesen werden. Im Rahmen einer Restrukturierung verkauften die Hallenser in 2017 und 2018 ihre Tochterfirmen Delitzscher, Steenland, Bouchard und Weibler. Ab 2020 will die Schokoladenfabrik in die Gewinnzone zurückkehren. Die Katjes-Gruppe ist hingegen weiter auf Wachstumskurs. Konkrete Umsatzzahlen (268,7 Millionen Euro für 2017) liegen aber nur für die Katjes International GmbH & Co. KG vor. Zu der internationalen Beteiligungsgesellschaft gehören die Gesellschaften Lutti aus Frankreich, Continental Sweets aus Belgien, Piasten und Dallmann aus Deutschland sowie Festivaldi aus den Niederlanden und Sperlari in Italien. Insgesamt schätzen Experten den Umsatz der gesamten Katjes-Gruppe für 2017 auf rund 500 Millionen Euro.