Familienkonzern beteiligt sich an Transdev

Rethmann geht auf die Schiene

Die Rethmann-Unternehmensgruppe erwirbt für rund 340 Millionen Euro 30 Prozent des französischen Transportkonzerns Transdev. Der Eisenbahnanbieter ist auch in Deutschland aktiv.

SELM Bis zum Jahresende soll der Deal vollzogen sein. Das westfälische Familienunternehmen Rethmann kauft für 340 Millionen Euro den 30-Prozent-Anteil des französischen Mischkonzerns Veolia am Eisenbahnanbieter Transdev. Mehrheitseigentümer des Unternehmens bleibt die öffentliche französische Förderbank Caisse des dépôts. Nach dem Einstieg wird Rethmann auch seine in Moers ansässige Tochtergesellschaft Rhenus Veniro in die Transdev-Gruppe einbringen. In ihr haben die Selmer bislang alle eigenen Aktivitäten im öffentlichen Personennahverkehr in Deutschland gebündelt. Dadurch werde der Anteil von Rethmann an Transdev bei 34 Prozent liegen. „Wir wollen unsere Expertise in der internationalen Logistik, in den Dienstleistungen für die öffentliche Hand und unser langfristig ausgerichtetes Modell einer Unternehmensgruppe in Familienhand im Dienste von Transdev einsetzen, um optimale, auf die Kunden ausgerichtete Mobilitätslösungen weiterzuentwickeln“, sagte Ludger Rethmann bei der Vertragsunterzeichnung in Paris. Die Transdev-Gruppe erzielt bereits jetzt 60 Prozent ihres Gesamtumsatzes von rund 6,6 Milliarden Euro außerhalb Frankreichs. Allein in Deutschland lag der Umsatz zuletzt bei 900 Millionen Euro, womit das Unternehmen hinter der Deutschen Bahn der zweitgrößte Akteur auf dem regionalen Eisenbahnmarkt ist. Neben dem Ausbau in Deutschland sollen auch die Aktivitäten von Transdev in Osteuropa vorangetrieben werden, wobei man auch dort auf die Erfahrungen von Rethmann setzen will. Das Familienunternehmen hat im vergangenen Jahr mit den drei eigenständig agierenden Sparten Remondis (Entsorgung), Rhenus (Logistik) und Saria (Nahrungsreste-Verwertung) einen Gesamtumsatz von 14,4 Milliarden Euro erzielt.